Hospodi – Albumrezension

Nachdem sich Batushka 2015 mit Litourgiya in der Black-Metal-Szene etablierte, folgte Ende 2018 ein hässlicher Streit zwischen dem Sänger Bartłomiej Krysiuk und dem Bassisten/Gitarristen Krzysztof Drabikowski. Während nun um die Rechte für den Bandnamen gekämpft wird, gibt es zwei Bands mit demselben Namen. Der verbliebene Sänger veröffentlichte mit Hospodi seine eigene Vision einer Batushka-Platte.

Die Platte wurde im Juli 2019 veröffentlicht und es ist nicht bekannt, wer neben dem Schlagzeuger Paweł Jaroszewicz das Album aufgenommen hat. Krysiuk erklärte, dass das Konzept auf der orthodoxen Totenmesse beruht. Ein Ritual um die Trauernden und Toten steht im Mittelpunkt, während die Band sich auch auf viele Klagegesänge und Volkslieder beruft.

Der Klang der Totenmesse

Nachdem die Band in Wozglas mit düsteren Mönchsgesängen für die richtige Atmosphäre sorgte, setzt Dziewiatyj Czas mit seinen peitschenden und hypnotischen Gitarrenriffs noch einen obendrauf. Die eindringlichen Harmonien kommen einem nicht so schnell wieder aus den Ohren.

Wieczernia startet dagegen mit einprägenden Gitarren und einem Glockenlaut, bevor sich die Black-Metal-Riffs und ein Doublebass-Sturm im Lied breitmachen. Die rasanten Passagen und viele Tempowechsel sorgen für eine erfrischende Abwechslung.

Das fünfte Lied auf dem Album beinhaltet eine atemberaubende Gitarrenharmonie, nach der ein Blastbeat-Gewitter den Hörer aus der Trance reißt. Es folgt ein Tempowechsel und man hört wieder die Mönchschöre, die wieder den atmosphärischen Teil übernehmen. Polunosznica ist wahrhaft ein Highlight auf dem Album.

Fazit

Trotz stilistischer Neuausrichtung ist die erste Albumhälfte gut gelungen, jedoch schmiss die Band ab dem siebten Lied ihre guten Vorsätze über Bord. In der zweiten Hälfte werden dem Hörer gleichförmige und abwechslungsarme Songs geboten. Die fette Produktion konnte hier auch nicht viel helfen, denn die Mönchsgesänge sind am Ende nur noch monoton und ein Mittel zum Zweck. Wir sind der Meinung, dass das Album schon nach Utrenia enden sollte und darum geben wir dem Album nur fünf von zehn Punkten.